Meine erste Palmzuchtversuche:

16. Oktober 2003: Je 5 Samenkörner in lauwarmen Wasser (in einer Thermoskanne) eingeweicht.
19. Oktober 2003: Samen in Torf für Palmen in kleine Becher ausgesät und verschlossen.  

Nr. 1: Rhapidophyllum hystrix  -15 bis -23°C*
Nadelpalme
Kleine, Ausläufer treibende, buschartige Palme mit kurzem, oft kriechendem, dicht mit langen Nadeln besetztem Stamm und dünngestieligen, sehr tief geteilten, glänzend grünen Fächerblättern, die unterseitig mit silbrigen Schuppen besetzt sind. Rhapidophyllum stammt aus den südöstlichen USA und gedeiht dort im Unterwuchs von sommergrünen Laubwäldern von Florida bis Carolina auf frischen Böden. Die Wildbestände sind nur klein und z.T. gefährdet. Auch in Kultur ist Rhapidophyllum bisher noch eher selten anzutreffen. Die Nadelpalme ist die frosthärteste aber zugleich eine sehr langsam wachsende Palmenart.

Erfahrungsberichte und Tips zur Keimung dieser Art finden Sie bei rarepalmseeds.com, in englischer Sparche (Link öffnet in neuem Fenster).
 
Nr. 4: Nannorrhops ritchiana  -14 bis -20°C*
Mazaripalme
Eher niedrige, Ausläufer treibende Palme mit meist kriechendem, manchmal aufrechtem Stamm bis 5m Höhe und blaugrau bereiften, steif abstehenden Blättern. Jede der zahlreichen, sich häufig teilenden Blattkronen der Pflanze blüht nur einmal mit einem mehrere Meter hohen, terminalen Blütenstand. Danach stirbt diese Krone ab; die anderen wachsen jedoch normal weiter. Jungpflanzen haben Ähnlichkeit mit Brahea armata. Verbreitet ist diese ungewöhnliche Pflanze in öden, halbwüstenartigen Hochländern von der Arabischen Halbinsel in Oman bis nach Pakistan auf Höhen zwischen 800 und 1500m. Kultiviert ist sie bisher leider noch ausgesprochen selten anzutreffen. Eine Form mit intensiv silbrigem bis fast weissem, gedrungenem Jugendblatt verträgt weniger Frost als die Nominalform mit grünem, länglichem Jugendblatt.

Erfahrungsberichte und Tips zur Keimung dieser Art finden Sie bei rarepalmseeds.com, in englischer Sparche (Link öffnet in neuem Fenster).
 
Nr. 5: Phoenix theophrastii  -8 bis -12°C*
Kretische Dattelpalme
Neben Chamaerops die einzige europäische Palmenart, gleicht sie einer kleinen, stark Ausläufer treibenden echten Dattelpalme, die Früchte sind jedoch deutlich kleiner und gleichen denen von P. canariensis. P. theophrastii kommt auf Kreta und an der türkischen Küste vor und wird leider noch recht selten kultiviert. Es ist die robusteste Dattelpalmenart.

Erfahrungsberichte und Tips zur Keimung dieser Art finden Sie bei rarepalmseeds.com, in englischer Sparche (Link öffnet in neuem Fenster).
 
Nr. 6 Sabal minor  bis -20°C*
Zwergpalmetto
Variable, niedrige und langsam wachsende, solitäre Fächerpalme mit meist kriechendem, selten aufrechtem Stamm und kleiner Krone aus wenigen steifen, blaugrünen Blättern. Die langen, duftenden Blütenstände stehen senkrecht aus der Blattkrone und tragen zahlreiche kleine, schwarze Früchte. Blüten erscheinen oft schon an recht jungen Pflanzen. S. minor ist sehr verbreitet im gesamten Südosten der USA von North Carolina bis Texas, häufig als Unterwuchs in Laubwäldern, oft in sumpfigem Gelände. In Kultur ist sie ebenfalls recht häufig anzutreffen.

Erfahrungsberichte und Tips zur Keimung dieser Art finden Sie bei rarepalmseeds.com, in englischer Sparche (Link öffnet in neuem Fenster).
 
Nr. 2: Trithrinax campestris  -12 bis -15°C*
Blaue Nadelpalme
Eine mittelgrosse, sehr langsam wachsende und Ausläufer treibende Fächerpalme bis 8m hoch, mit in dichtes, hartes und stacheliges Fasergewebe gehülltem Stamm. Die Blätter sind sehr hart, fast metallartig und von blaugrauer Färbung, mit harten Stacheln an den Blattspitzen. Die Blaue Nadelpalme mit ihrem unfreundlichen aber faszinierenden Erscheinungsbild kommt in sehr trockenen Dornwäldern in Argentinien vor und ist wahrscheinlich die robusteste aller Palmen. In Kultur ist sie kaum anzutreffen. Noch seltener in Kultur ist T. schizophylla aus Paraguay, Bolivien und Nordargentinien. Sie besitzt ähnliche aber grünere Blätter und bis 60 cm lange Stacheln.

Erfahrungsberichte und Tips zur Keimung dieser Art finden Sie bei rarepalmseeds.com, in englischer Sparche (Link öffnet in neuem Fenster).
 
Nr. 3: Butia eriospatha  bis -13°C*
Wollige Geleepalme
Diese aus dem südlichen Brasilien stammende Art gleicht Butia capitata. Sie unterscheidet sich hauptsächlich durch das wollige Hüllblatt ihres Blütenstandes und die eher dunkelgrünen den grauen Blätter. Durch ihr Vorkommen in den bergigen Inlandregionen bis 1200m ist sie die kälteverträglichste Art der Gattung.


Erfahrungsberichte und Tips zur Keimung dieser Art finden Sie bei rarepalmseeds.com, in englischer Sparche (Link öffnet in neuem Fenster).


Anleitung zum Keimen
Die folgenden allgemeinen Tips sind für alle Arten geeignet.

Wenn die Samen trocken erscheinen, weichen Sie sie 1-3 Tage in warmem Wasser ein. Zum Aussähen geeignet sind Torf, Kokosfasern oder ähnliches. Das Substrat sollte feucht aber nicht nass sein. Nehmen Sie eine Handvoll. Wenn Sie ein paar Tropfen herausdrücken können ist es genau richtig. Sollte mehr heraus kommen ist es zu nass. Kommt nichts heraus geben Sie etwas Wasser dazu und versuchen es erneut. Mischen Sie die Samen unter das feuchte Substrat. Füllen Sie alles in einen kleinen verschliessbaren Plastikbeutel (z.B. Gefrierbeutel), beschriften ihn mit Name und Datum und verschliessen ihn gut.

Für die Keimung wird kein Licht benötigt. Tropische Arten wie Licuala, Bismarckia oder Cyrtostachys benötigen Wärme, ca. 30°C. Gemässigte Arten wie Trachycarpus, Ceroxylon oder Parajubaea keimen bei Umgebungstemperatur. Wärme könnte die Keimung sogar verhindern. Bitte lesen Sie die entsprechenden Artenbeschreibungen auf unserer Internetseite für genauere Angaben.
Überprüfen Sie die Samen wöchentlich durch die Plastikbeutel auf weisse Wurzeln. Stellen Sie sicher, dass das Substrat nicht austrocknet. Palmensamen benötigen zwischen 2 Wochen und 2 Jahren (oder mehr) zum Keimen; die meisten werden jedoch nach 4-6 Wochen austreiben.

Nach dem Austreiben pflanzen Sie die Keimlinge einzeln in schlanke, hohe Töpfe. Benutzen Sie dazu das gleiche Substrat. Beschriften Sie die Töpfe und stellen Sie sie an einen schattigen Standort. Halten Sie das Substrat immer feucht. Düngen und Umtopfen nach Bedarf.

Weitere Informationen finden Sie unter www.rarepalmseeds.com/de. Dort finden Sie Links zu anderen informativen Internetseiten. Zu empfehlen sind auch die Bücher aus unserer Buchliste sowie die Magazine diverser Palmengesellschaften.